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„Management bedeutet die Dinge richtig zu tun. Führung bedeutet die richtigen Dinge tun.“
Peter Drucker
Führungsrollen
Was muss ein Manager alles tun, um eine effektive Führungspersönlichkeit zu sein? Darüber streiten sich Wissenschaftler und Praktiker schon seit Jahrzehnten. Die Fülle von Rollenmodellen und Führungsansätzen kann unmöglich in einem Paragraphen oder Bild zusammengefasst werden. Da es für Führungskräfte jedoch schwer sein kann, den Überblick zu behalten und die wirklich wichtigen Dinge nicht zu vernachlässigen (statt einfach auf das zu fokussieren, was dringend ist, was man gut kann oder gerne tut), wollen wir hier einige zentrale Rollen der Führung zusammenfassen. Denn verschiedene Studien (etwa von Hooijberg, Denision oder Hart und Quinn aus den 90er Jahren) zeigen, dass sich erfolgreiche Führungskräfte unter anderem dadurch auszeichnen, dass sie ein großes Spektrum von Führungsrollen wahrnehmen. Man spricht von
„behavorial complexity“, die sich positiv auf den Führungserfolg auswirkt.
Nach wie vor der Klassiker der Führungsmodelle ist Mintzbergs Ansatz der zehn Führungsrollen. Mintzberg betont dabei, dass eine gute Führungskraft sowohl soziale, wie auch
informationelle und
entscheidungsorientierte Rollen einnehmen muss. Später wurden daraus
personenorientierte,
informationsorientierte und
handlungsorientierte Rollen. Eine ältere Beschreibung von Managementaufgaben geht auf Luther Gulick zurück (welcher sich wiederum auf Fayol stützt). Er fasst die Tätigkeiten von Führungskräften in der Abkürzung POSDCORB zusammen: Planen, Organisieren, Staffing (personalorientierte Aufgaben), Directing (führen bzw. entscheiden), Coordination (von Geschäftsprozessen und Einheiten), Reporting (Berichterstattung) sowie Budgetierung. Mintzberg kritisiert dieses Modell jedoch als reduktionistisch und asozial. 1984 formulierte Robert Quinn ein umfassenderes Rollenverständnis. Er unterteilt Managementrollen (basierend auf vier Modellen der Führung) in folgende internen und externen, flexiblen und kontrollierenden Aufgaben: Mentor und Moderator, Innovator und Broker, Koordinator und Überwacher, „Produzent“ und „Direktor“. Neuere Ansätze betonen spezifische Managementrollen auf verschiedenen hierarchischen Ebenen, z.B. Norm- und Sinngeber oder Challenger auf Top-Ebene. Zudem untersuchen sie die nötigen
persönlichen Eigenschaften von Managern, um diese Rollen auch wirklich wahrnehmen zu können. Bartlett und Goshal unterscheiden dabei
Persönlichkeitsmerkmale,
Erfahrung und
Wissen, sowie
spezifische Fähigkeiten.
Als Hauptkritik an den meisten Rollen-Ansätzen ist zu nennen, dass die unterschiedenen Rollen oft nicht trennscharf formuliert sind und in der Realität stark zusammenfallen.
Soziale RollenSouveräner Umgang mit Menschen, indem diese inspiriert, instruiert und vernetzt werden.
VorbildfunktionAuch Gallionsfigur genannt.
Kontrollfrage: Handle ich jeweils so, dass meine positiven Vorgehensweisen andere zum Nachahmen inspirieren und motivieren?
ChefAuch Vorgesetze(r) genannt
Kontrollfrage: Bin ich als Vorgesetzter authentisch, offen und fair? Fordere und fördere ich Persönlichkeiten?
Liaison (Linking)Auch Vernetzer genannt.
Kontrollfrage: Vernetze ich durch meine Aktivitäten Menschen in meiner Organisation mit anderen?
KommunikatorAuch Sender genannt.
Kontrollfrage: Leiten Sie (z.B. strategische)
Informationen gezielt weiter und schaffen so eine transparente Informationslage?
KontrolleurAuch Radarschirm genannt.
Kontrollfrage: Behalte ich wichtige Entwicklungen und Vorhaben im Auge, um deren Fortschreiten zu gewährleisten?
RepräsentantAuch Sprecher genannt.
Kontrollfrage: Vertrete ich unsere Organisation in einer würdigen und glaubwürdigen Art und Weise gegen aussen hin?
InformationsrollenSouveräner Umgang mit externen und internen Informationen, sowohl aktiv (Weitergabe) wie auch passiv (Verarbeitung).
Unternehmer
Kontrollfrage: Zeige ich pro-aktives Verhalten und Umsetzungswillen, sowie Mut und Engagement?
Problemlöser
Kontrollfrage: Leiste ich einen wichtigen Beitrag zur Lösung komplexer Probleme in unserer Organisation?
EntscheidungsrollenSouveräner Umgang mit Entscheiden, indem diese sorgfältig und rechtzeitig getroffen werden.
Verhandleroder Verhandlungsführer
Kontrollfrage: Schaffe ich es, Brücken zwischen festgefahrenen Positionen zu bauen, indem ich die gemeinsamen Interessen betone und win-win Lösungen entwickle?
RessourcenzuteilerAuch Budgetierer genannt
Kontrollfrage: Weise ich den richtigen strategischen Stellen Ressourcen klar und nachvollziehbar, sowie verlässlich zu?
Persönlichkeitsmerkmaleim Sinne von dauerhaften Charaktereigenschaften
Wissenim Sinne von Know-how, Fertigkeiten und Erfahrung
Spezifische Fähigkeitenim Sinne von trainierten, spezifischen Handlungsmuster und Einstellungen
Quellen:
- Bartlett, C.A. und Goshal, S. (1997).
The myth of the generic manager: New personal competencies for new management roles,
California Management Review, 40 (1), S. 92- 116.
- Mintzberg, H. (1994).
Rounding out the manager’s job.
Sloan Management Review, Fall, S. 11-26.
- Mintzberg, H. (1973).
The nature of managerial work.
New York: Harper & Row.
- Mintzberg, H. ( 1975).
The managers's job: Folklore and fact.
Harvard Business Review 53, S. 49-58.
- Hart, S.L. und Quinn, R.E. (1993).
Roles executives play: CEOs, behavioral complexity, and firm performance.
Human Relations, 46(5), S. 543-574.