Rezensionen 'Z'

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Klaus J. Zink/Wolfgang Kötter u.a. (Hrsg.)

Veränderungsprozesse erfolgreich gestalten

Springer Verlag 2009, 297 Seiten, Euro 99.95,

ISBN 978-3-540-79289-5

 

Das Gitta Forschungs- und Beratungsunternehmen sowie das Institut für Technologie und Arbeit (ITA) der TU Kaiserslautern haben das mit öffentlichen Mitteln unterstützte Projekt zum „Partizipativen Vorgehen zur Bewertung und Gestaltung integrierter Modernisierungskonzepte“ (PaGIMO) durchgeführt. Es ging um die Integration und Umsetzung von Veränderungsprojekten in Unternehmen durch Partizipation.

 

In dem Buch werden die Projekte in 6 Unternehmen ausgewertet und in einen theoretischen Kontext gestellt. In dieser Verknüpfung liegt der besondere Wert des Buches, an dem 22 Berater und Wissenschaftler beteiligt sind.

Zunächst werden die Betriebsberichte der Unternehmen vorgestellt, insbesondere in den Beratungsansätzen, -Methoden und -Ergebnissen der Veränderungsprozesse. Allein dies ist eine sehr gute Quelle für Anregungen und Prozessgestaltungen.

Im zweiten Teil wird zunächst das PaGIMO-Modell vorgestellt, was als „Landkarte“ für die Gestaltung der Veränderungen genutzt werden kann (Orientierung, Fokussierung, Realisierung und Stabilisierung) und zwar auf den Ebenen der Veränderungs-, Integrations- und Interventions-Modelle. Ich halte das für ein sehr nützliches Modell, weil es nicht nur die Strukturierung der Veränderungsberatung sondern auch die Nutzung der unterschiedlichsten Veränderungs-Theorien und -Konzepte erleichtert.

Dann werden die Rollen und Kompetenzen untersucht, die für die Beteiligten (Topmanager, Führungskräfte, Mitarbeiter, Prozessbegleiter) wichtig sind. Auch das ist sehr hilfreich, weil es so pragmatisch analysiert und dargestellt wird und damit gute Vorlagen liefert.

Gerade für jüngere Berater und in der Erfahrungssammlung befindliche interne Berater sind die letzten Kapitel 8 und 9 zu den prägnanten Darstellungen der Theorie und Konzepte sowie die Toolbox sehr empfehlenswert. Da geht es um das EFQM, den sozio-technischen Systemansatz, Partizipation, Kulturveränderung, Großgruppen und die Gestalt- Organisationsberatung u.a.

Eine CD liegt diesem so guten wie wichtigen Buch bei, was in jeder Beziehung integrativ angelegt ist und eine Vielzahl wertvoller Hinweise und Hilfen bietet. So würde ich mir viele Bücher wünschen. Allerdings ist der Preis für manchen interessierten Leser leider eine hohe Hürde. (KT)

 

 

 

Shaker A. Zahra (Hrsg)
Corporate Entrepreneurship and Growth
Edward Elgar Publishing, Cheltenham Glos. 2005, 720 Seiten, GBP 160, ISBN 1 84542 478 6
 

Der vorliegende Sammelband greift ein Thema auf, wo es gerade in Deutschland großen Handlungsbedarf gibt. Er beschäftigt sich mit der Frage, unter welchen Bedingungen innovatives und unternehmerisches Engagement in Organisationen möglich ist. Die Sammlung enthält insgesamt 35 unterschiedliche Beiträge aus den letzten zehn Jahren zu dieser Thematik, die zum größten Teil in sehr entlegenen Zeitschriften und Journalen publiziert wurden. Sie beruhen überwiegend auf empirischen Forschungen und Fallstudien. Insofern liegt hier ein Werk vor, das eine sehr gute Zusammenfassung des erreichten Diskussionsstandes liefert. Die Kapitel, in es untergliedert ist, untersuchen Ansätze der Gestaltung von internen Venture-Programmen, betrachten die Zusammenhänge zwischen Organisationskulturen, strategischen Programmen sowie Strukturen und Entrepreneuring. Ein besonderer Abschnitt geht den Einflüssen von werteorientierter Unternehmensführung und internem Unternehmertum nach. Es geht den Autoren in dem Buch dabei nicht nur um die Durchsetzung von Produktideen oder Technologien, sie betrachten insbesondere auch die herausgehobene Bedeutung von Treibern in Prozessen des strategischen und strukturellen Wandels und des organisatorischen Lernens. Insgesamt merkt man bei den Beiträgen, dass sie sehr stark von der amerikanischen Kultur beeinflusst sind, weil immer wieder die dynamische Wirkung von visionären und risikobereiten Individuen betont wird. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass wir daraus etwas lernen können. Das Buch wendet sich daher an alle Leser, die sich mit Veränderungen, Innovationen und Widerständen in Organisationen in Wissenschaft und Praxis befassen. (JF)

 

 

Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf (Hrsg)

Spurwechsel

Wirtschaft weiter denken

Murmann Verlag, Hamburg 2006, 301 Seiten, Euro 25, ISBN 3-938017-64-3

 

Dem Präsident der AutoUni der VW AG und dem Leiter des Bereiches „Unternehmenskultur“ dieser Institution ist es gelungen, eine Reihe von wirklich exzellenten Referenten einer Vortragsreihe in der AutoUni für Beiträge in diesem Buch zu bewegen, die alle zum „weiter denken“ anregen. Es ist ein Buch entstanden, das man nicht in einem Zug liest (es sei denn, die Zugfahrt geht nach Damaskus oder man befindet sich im Urlaub). Die Autoren liefern keine Programme, aber an manchen Stellen erheben sie leider doch den Zeigefinger. Das kann man aber überlesen. Die Autoren begründen sehr lesbar und anregend immer ein bis zwei Kernthesen:

Der Hirnforscher G. Roth befasst sich mit dem Begriff Höchstleistung und kommt zu der Erkenntnis, dass nur individuelle Belohnungserwartungen und subjektive Sinnhaftigkeit Höchstleistungen beeinflussen, nicht die rationalen Appelle an die Einsicht. H.J. Bullinger, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft seziert das Konzept der Erneuerungsfähigkeit und bietet damit für die Leser dieser Zeitschrift einen sehr wichtigen Beitrag.

Der Bamberger Soziologe G. Schulze vertritt in seiner Arbeit über den so abgedroschenen Begriff der Kundenorientierung die These, dass wir nicht mehr vom Prinzip der Steigerung sondern der Ankunft ausgehen müssen, d.h. mehr nach Genuss, Sinn und Kultur streben sollen. Es geht um das Verstehen (von Kunden und Mitarbeitern), was wohl eine wesentliche Fähigkeit und Anforderung in Zukunft ist.

R. Dahrendorf setzt dem Konzept der Sanktionen zur Verhaltensregulierung, speziell der Übernahme von Verantwortung das Prinzip des Vertrauens entgegen. Und die Vertrauens-Organisation ist sicher das Zukunftsmodell.

Der für seine ebenso innovativen wie scharfen Kontextveränderungen im Denken bekannte R. Sprenger stürzt sich auf die Nachhaltigkeit, die neu gedacht werden muss. Für ihn ist das eine „emotional geschwollene Junk-Food-Formulierung“. Sein Beitrag trägt den Titel “Unternehmen müssen nicht überleben“ und läuft wieder mal Gefahr, als Ketzer verbrannt zu werden, wenn, ja wenn seine Umdenk-Thesen nicht schon als relevant erkannt werden, bevor die Druckerschwärze getrocknet ist, bzw. so plausibel sind, dass man sich ihnen nicht entziehen kann („wer nicht sterben kann, kann auch nicht leben“).

Ulrich Beck plädiert dafür, in der zweiten Moderne Werte zu schaffen. Er fordert den kosmo-politischen Blick und „globales“ Handeln. Das klingt nicht so neu, aber sein Beitrag analysiert sehr nützlich die Konsequenzen von verschiedenen Werten.

Der Schriftsteller Adolf Mugsch, ehemaliger Präsident der Akademie der Künste vertritt die Ansicht, dass Respekt sehr von der Kunstfertigkeit des Zuhörens abhängt.

Der Herausgeber Zimmerli beschäftigt sich abschließend mit dem Umgang mit Werten und Wissen in Unternehmen. Sein Beitrag ist für mich der schwächste von allen, zumindest ist der Weiter-Denk- und Nach-Denk-Effekt gering.

Wenn man die Beitragsinhalte auf wenige Begriffe konzentrieren will, die als roter Faden für die Konzepte der Zukunft wirken, dann sind es Sinn, Werte und Verstehen. Sie klingen in allen Beiträgen an und sind wohl die Kernkompetenzen der Zukunft. Erst damit lassen sich Kosten senken, Wertschöpfungen erhöhen und andere Leistungen vollbringen. Das ist die Botschaft dieses Buches und dafür lohnt die Lektüre. (KT)

 

 

MANFRED ZACH
"Gauner, Pinsel, Chicaneure". Eine kleine Geschichte der Bürokratie
Klopfer & Meyer, Tübingen 2003, 293 Seiten, ISBN 3-421-05760-5


Der beamtete Jurist (Ministerialdirigent in der Stuttgarter Regierung) und Schriftsteller Manfred Zach hat über Jahre begierig gesammelt. was die Amtsstuben an Absonderlichem, Bemerkens- und Wissenswertem liefern. Das Ergebnis ist eine heitere, herzerfrischende Wundertüte bürokratischer Kuriositäten. Neun Kapitel gefüllt mit Anekdoten und lustigen bis traurigen Exempeln für die ungebremste Ausbreitung beamteter Phantasie.
Es geht nicht um Klagen und Jammern, sondern den Versuch zu zeigen, wie sich ein System erhält und reproduziert. Warum öffentliche Verwaltungen gerade so sind wie sie sind. Es ist ein witziges Lehrbuch - auch für Beamte selber - hoffentlich. Der Spiegel ist für sie blankpoliert und es wird deutlich, dass die Beamtenkultur schon eine lange Geschichte hat.

 

Thomas R. Hummel / Ernst Zander
Erfolgsfaktor Unternehmensberatung Auswahl – Zusammenarbeit – Kosten
Wirtschaftsverlag Bachem, Köln 1998, 224 Seiten, DM 68.–

Der Einsatz von Beratern hat in den letzten wirtschaftlich kritischen Jahren überproportional zugenommen. Damit steigt auch die Anzahl der Berater, was wiederum die Auswahl der «richtigen» Berater sowie deren effektiven Einsatz erschwert. Der am Anfang des Buches genannte Spruch «Es gibt keine schlechten Berater – nur Falsche» ist so und so zu interpretieren. Wörtlich genommen ist der Spruch falsch, denn es gibt eine riesige Anzahl schlechter Berater. Und: oft genug werden die guten und besseren Berater falsch eingesetzt bzw. genutzt. Also haben Kunden ein Problem, um das sie sich allerdings auffallend wenig selbst kümmern. Es sind vor allem Berater, die etwas darüber erarbeiten bzw. veröffentlichen, wie man Berater effektiv auswählt und einsetzt.

Im vorliegenden Buch liegt der Schwerpunkt (implizit) eher auf der öffentlich geförderten Beratung. Es werden so wichtige Themen, wie: wann Beratung sinnvoll ist, welche Beratungsarten es gibt, wo Beratungsschwerpunkte liegen, wie eine Beratung abläuft, was sie kostet, wie sie vertraglich gestaltet werden kann usw. usw. behandelt. Viele Checklisten, Daten und Vertragsmuster runden dies sehr pragmatisch und konzentriert verfasste Buch ab. Insgesamt ist es ein handwerkliches Buch, also sehr nützlich für kleine und mittlere Unternehmen. Die Beraterlisten bzw. Adressen von Beratervereinigungen halte ich grundsätzlich für problematisch, weil sie immer nur erste Annäherungen bieten können. Zudem sind im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) nicht nur gute Berater für jeden Zweck Mitglied.

Ansonsten geht es primär um den Inhalt und nicht die Berater allein. Aber die Honorarübersichten und Informations-Kontaktstellen sind sehr hilfreich, um sich orientieren zu können. Insgesamt geht es eher um klassische Unternehmensberatung und weniger um Beratung in unserem OE-Feld. Das Preis-Leistungsverhältnis dieser Klientenhilfe rechtfertigt einen Kauf auf jeden Fall. (KT)

 

Rainer Zech / Christiane Ehses (Hrsg.)
Organisation und Zukunft
Expressum-Verlag, Hannover 2001, 150 Seiten

Wenn man den Inhalt und das Grundkonzept der Herausgeber betrachtet, dann hätte im Titel statt Zukunft vielleicht besser Zukunftsfähigkeit oder Zukunftskompetenz gestanden. Um die geht es nämlich in den Beiträgen: um die Responsefähigkeit, wie diese Kompetenz im Buch genannt wird und die die Fähigkeit bedeutet, auf unvorhersehbare Herausforderungen adäquate und gestaltende Antworten zu finden.

Die Herausgeber haben 7 Beiträge verschiedener Autoren zur Weiterbildung, Wirtschafts- und Unternehmensentwicklung, Gesundheitswesen und Universität zusammengestellt. Dabei geht es um Themen der Qualitätsentwicklung in der Weiterbildung (Der Lernende als Reflexionsmedium sowie die Entwicklung von Responsefähigkeit als künstlerisch-ästhetisches Experiment), um die Zukunft des Büros, und die Zukunftsfähigkeit von Organisationen des Gesundheitssystems am Beispiel des Krankenhauses. Über die Anspruchsbelastung der Universität enthält der Band einen Beitrag mit dem bezeichnenden Titel "Die Individualisierung schlägt zurück". Abschliessend wird in methodischer Hinsicht ein hoch interessanter Beitrag zur Umsetzung ganzheitlicher und erlebnisorientierter Vorgehensweisen in der Praxis publiziert, die einen ins Stocken geratenen Veränderungsprozess in der öffentlichen Verwaltung zum Ziel hatte. Dabei wurden verschiedene kreative Methoden eingesetzt, um die Problemursachen auch in der Tiefe zu erfassen und zu visualisieren.

Die Herausgeber und einige Autoren sind Mitarbeiter am ArtSet-Institut für kritische Sozialforschung und Bildungsarbeit, das sich so frisch und stimulierend von vergleichbaren Institutionen abhebt. Die Texte sind nicht so en passant zu konsumieren, aber die Theorie wird immer mit der Praxis in Bezug gebracht. Das gilt auch für den lesenswerten Aufsatz zur Zukunft des Büros. Das wird nicht an Fläche verlieren, diese wird aber zunehmend für kommunikative Zwecke im Luhmann'schen Sinne genutzt werden. (KT)

 

Reiner Zech / Christiane Ehses (Hrsg.)
Organisation und Innovation
Expressum Verlag, Hannover 2000, 318 Seiten

Bei Innovationen geht es nicht nur um neue Produkte, sondern vor allem auch um die Erneuerung von Denkgewohnheiten, Routinen, Verfahrensweisen, Strukturen, Kommunikations- und Steuerungsformen.

Innovationen werden heute im Regelfall nicht mehr in der genialen Phantasie einzelner Individuen geboren, sondern entstehen aus der synergetischen Kraft von Kooperationsprozessen. Die Bedeutung des Kooperationsgedankens für Innovationen durchzieht deshalb das ganze Buch. Die Einzelbeiträge zielen vor allem auf die Frage, wie sich Organisationen innovationsfähig machen können. Dies wird anhand von Weiterbildungseinrichtungen, Unternehmen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kirchen dargestellt. Ein Abschlussbeitrag erörtert die Frage, was Organisationen zum Lernen der Gesellschaft beitragen.

Der Herausgeber, Professor und Mitglied des ArtSet Institut für Kritische Sozialforschung und Bildungsarbeit e.V., den ZOE-Lesern durch anregende und herausfordernde Fallstudien bekannt, bietet wieder eine Sammlung von Konzepten und vor allem Fallstudien, die zum grossen Teil das Systemkonzept zur Grundlage haben. Die Autoren sind Doktoranden, Professoren und Berater aus verschiedenen Institutionen.

Dieser Sammelband kann denen sehr empfohlen werden, die in sozialen Unternehmen Anregungen und Unterstützung für Innovationen suchen, aber auch internen Beratern in Unternehmen.

Rainer Zech/ Christiane Ehses (Hrsg.)
Organisation und Lernen
Expressum Verlag, Hannover 1999, 255 Seiten, DM 29.80

 Dieses Buch umfasst vorwiegend Fallstudien zum organisationalen Lernen. Es werden Veränderungs- bzw. Lernprozesse in Volkshochschulen, gewerblichen Unternehmen, Krankenhäusern, Pflegeheimen, politischen Organisationen und Schulen dargestellt. Themen sind Professionalität, Kundenorientierung, interkulturelle Prozesse, Konflikte, Partizipation, Widerstand, Ehrenamtlichkeit und auch Theorien, wie die Beiträge von Stefan Breé zur «Lern-Organisation als ästhetische Form und Gestaltungsaufgabe» sowie von Prof. Dr. Rainer Zech zu «Mythos Organisation – Latente Funktion und die Funktion von Latenzen».

Kennzeichnend für dieses Buch ist nicht Wortspielerei oder eine aktionistische Grundhaltung der Fallstudien, sondern eine Organisationsentwicklungsforschung, mit deren Ziel die Beiträge verfasst wurden. Es ist nicht nur ein kritisch reflektierender, sondern auch ein perspektivischer Band, in dem nämlich implizit immer wieder gefragt wird, was wurde und wie hat das betreffende System gelernt. Insofern ist das Buch anspruchsvoll und sehr lohnend, auch wenn nicht jeder Beitrag alle Leser sofort betreffen wird, aber doch betroffen machen kann.

 

Roman Boutellier / Oliver Gassmann / Maximilian von Zedtwitz
Managing Global Innovation. Uncovering the Secrets of Future Competitiveness
Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 1999, 626 Seiten, DM 89.-

Das Buch handelt von den Notwendigkeiten bzw. Wirkungen der Globalisierung für Verbesserungen der Wettbewerbsposition von Unternehmen. Gerade die Daimler Chrysler AG, deren F & E - Konzept in diesem Buch auch vorgestellt wird, hat vielleicht am meisten gerade im F & E - Bereich aus der Fusion profitiert. Das ist ein konkretes Beispiel dafür, wie die Globalisierung zu Innovationsschüben geführt hat. Und darum geht es in diesem Buch: der Steigerung der Innovationsfähigkeit und -leistungen durch Internationalisierung. Zunächst werden die Herausforderungen, Trends und Muster des globalen F & E - Management untersucht, auf der Basis von 240 Interviews. Dann werden auf knapp 400 Seiten, also 2/3 des Buches, 18 Fallstudien internationaler Unternehmen ausführlich vorgestellt (DuPont, Roche, Schering, Nestlé, Xerox, IBM, SAP, ABB, Hitachi, MTU und viele andere). Abschliessend wird daraus ein Resumée zur Organisation globaler F & E - Bereiche gezogen.

Das Buch wendet sich an Forschungsingenieure und -manager und sie werden sich bei der Lektüre dieses Fachbuchs auch leichter tun. Ich bin aber der Meinung, dass aus der systematischen Aufbereitung und der Verbindung der verschiedenen Elemente zu einem System auch andere Funktionsbereiche für die Globalisierungs-Strategien entscheidende Anregungen entnehmen können.

 

GENE ZELAZNY
Das Präsentationsbuch
Campus Verlag, Frankfurt/New York 2001, 176 Seiten, Euro 34.90


Der Kommunikationstrainer und Direktor für visuelle Kommunikation der Beratung McKinsey hat ein wirklich interessantes und nützliches Buch über die Gestaltung von Präsentationen verfasst. Leider scheint er sich mit seinen Ideen und Vorschlägen im eigenen Unternehmen noch nicht durchgesetzt zu haben, wenn ich mir die Präsentationen von McKinsey bei einigen Klienten vergegenwärtige.

Die Illustration auf dem Buchdeckel ist irreführend: es geht nicht um die tollen bunten high sophisticated Visualisierungen á la power point, sondern um die Entwicklung von Präsentationen, die sehr gezielt und wirksam die Botschaft einfach vermitteln sollen. Hierzu werden viele Übungen und Gestaltungsschnitte empfohlen, so dass es ein Lern-Buch und keine best practice Anleitung im Sinne simpler Kopien ist. Zunächst geht es um die Strukturierung der Information und dann um die grafische Gestaltung der Aussagen. Zudem ist das Buch leicht und schnell lesbar, um sich einen Gesamtblick zu verschaffen und dann in Einzelschritten damit zu üben.

Den höchsten Nutzen hätte das Buch erreicht, wenn es dazu beiträgt, diese sterilen Hochglanz-charts bzw. power point Folien den Garaus zu machen, der die Zuschauer nicht nur zunehmend langweilt, sondern auch misstrauisch macht: unsere Welt ist eben nicht so perfekt wie sie dargestellt wird. Aber warum wird sie so präsentiert, welche Illusion soll damit geschaffen werden? (KT)

Michael P.Zerres/ Ingrid Zerres (Hrsg)
Unternehmensplanung. Erfahrungsberichte aus der Praxis
Edition Blickbuch Wirtschaft, Frankfurt 1997, 264 Seiten, DM 38.–

Dass das Themenfeld «Unternehmensplanung» ein sehr heterogenes Feld ist, sei den Herausgebern zugestanden. Gerade deshalb hätte man sich von ihnen jedoch eine gewisse Strukturierung und thematisch begleitende Kommentierung der Artikelbeiträge gewünscht. So irrt man doch etwas orientierungslos zwischen den Beiträgen, die sich u.a. mit Szenario-Technik, Absatzplanungssystemen, Marken-Analysen, Projektmanagement, Total Quality Management und Business Reengineering beschäftigen. Da die einzelnen Artikel zudem in Machart und Anspruchsniveau ebenfalls sehr heterogen sind, lässt auf eine gewisse Beliebigkeit in der Auswahl der Beiträge schliessen. Darüber täuscht auch der eine oder andere lesenswerte Beitrag nicht hinweg. (HM)

Holger Regber / Klaus Zimmermann
Change Management in der Produktion. Prozesse effizient verbessern im Team
Verlag Moderne Industrie, Landsberg 2001, 368 Seiten


Früher hätte dieses Buch mit gleichem Inhalt den Titel Reengineering, Prozessmanagement oder so gehabt. Da das aber schon älter ist, und Change Management Mode ist, wird es eben so genannt. Der Verlag - das habe ich schon häufig angemerkt - ist vor allem auf Marketing gepolt.

Dabei ist das Buch sehr gut für den Praktiker im Betrieb geeignet, weniger für Berater, OE'ler und Change Manager. Es werden alle Themen sehr flüssig, konzentriert für die Praxis übersetzt, die heute im Kontext der Wirtschaftlichkeit als relevant gesehen werden: Wertschöpfung, Kanban, Instandhaltung, Qualität, Kultur, Lernen usw. usw.. Am Schluss wird ein Fall der Veränderung in der Festo Unternehmensgruppe anhand von Monologen vieler Betroffener durchdekliniert.

Was im Buch steht, ist aber nur für die lesenswert, die noch wenig Vorerfahrung damit haben und sich nicht mit theoretischen Konzepten belasten wollen. Der Titel ist pures Marketing, denn das Veränderungsmanagement wird nur auf 24 Seiten behandelt und ist nicht das Gelbe vom Ei. Es werden Fehler beschrieben und Rollen, sehr lebendig, aber auch oberflächlich, eben zum schnellen Konsum. Ich weiss, dass Verantwortliche in der Produktion solche Bücher schätzen, aber nicht die, die wirklich treiben und grundsätzlich etwas bewegen.

 

Rolf Sülzer/Arthur Zimmermann
Organisieren und Organisationen verstehen. Wege der internationalen Zusammenarbeit
Westdeutscher Verlag, Opladen/Wiesbaden 1996, 332 Seiten, DM 44.-

Das Buch ist insgesamt in vier Teile gegliedert: Teil 1 besteht aus einer Einführung in die Grundfrage der Rolle und Formen von Organisationen in der internationalen Zusammenarbeit. Interessant hier u.a. die Ausführungen über die mögliche Formenvielfalt, die Kernelemente der subjektiven Organisationsvorstellungen der jeweiligen Mitglieder und die Möglichkeiten von Frauen in der Gestaltung und Führung von Organisationen. Im Teil 2 werden über die Organisationsgestalt hinaus der Zusammenhang zwischen Hierarchie, Menschenbild, Kommunikation und Organisation ausgeleuchtet, sowie die Organisation als Inszenierung, z.B. in Form des Rollenspiels, des Machtspiels, als Konfliktarena etc. abgehandelt. Der ausführliche Teil 3 beschäftigt sich mit der zentralen Frage der Diagnose von Organisationen unter Berücksichtigung einerseits des interkulturellen Aspektes, andererseits der Erkenntnis, welche Wirklichkeiten sich hinter der Organisation verbergen, wie sie zu entdecken und zu berücksichtigen sind. Im abschliessenden vierten Teil geht es um Fragen der Veränderung von Organisationen und die Kunst der Organisationsberatung. Insgesamt ein Handwerksbuch mit vielen praktischen Anleitungen, ganz auf der Basis einer prozessorientierten Vorgehensweise geschrieben, unverkennbar aus der Hand von Autoren, die ihr Handwerk verstehen - und darüberhinaus von speziellem Nutzen für Manager und Berater, die interkulturell arbeiten.

 

HARALD KOTKE-ZIMMERMANN
Prozesskostenrechnung und Prozessoptimierung im Krankenhaus
Eine Praxisanleitung in sieben Schritten
Verlag Kohlhammer, Stuttgart 2006, 171 Seiten, Euro 33, ISBN 3-17-017500-9


Der Autor, erfahrener Geschäftsführer verschiedener Krankenhäuser und medizinischer Organisationen, hat eine Praxisanleitung für das Prozess-Management im Krankenhaus in sieben Schritten verfasst.

Die veränderten Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen (Disease Related Groups, Verkürzung der Verweildauer, umfassendes Qualitätsmanagement, optimierter Einkauf) zwingen die Krankenhäuser im Wettbewerb um Patienten zu drastischen Optimierungen im Management, insbesondere in der Kostenrechnung und Optimierung der Prozesse. Das begründet der Autor sehr klar und stimmt damit auf das analytisch konzipierte 7-Schritte-Modell im Kapitel acht ein, was er sehr anschaulich und mit hilfreichen Beispielen darlegt.

Die sieben Schritte sind:

  • Abbildung der Abläufe um den Patienten
  • Bewertung hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Qualität
  • Analyse der ablaufbezogenen Schwachstellen
  • Suche von Ablaufalternativen
  • Beurteilung der Alternativen unter wirtschaftlichen und qualitativen Gesichtspunkten
  • Optimierung der Abläufe
  • Implementierung der Patientenpfade


Aufgrund eigener Erfahrungen finde ich das Buch sehr nützlich und ich hätte es gerne vor drei Jahren zur Verfügung gehabt, als es noch nicht so viele eigene Erfahrungen damit in den Krankenhäusern gab. Aber auch für die, die die Prozesse bereits optimiert haben, gibt es sicher noch wertvolle Hinweise. (KT)

 

Joachim Freimuth / Michael Zirkler (Hrsg.)
Lizenz zum Führen? 360-Grad-Feedback in der Personal- und Organisationsentwicklung
Windmühle Verlag, Hamburg 2001, 154 Seiten


Angesichts der in unserer Zeitschrift veröffentlichten kritischen Analyse des 360-Grad-Feedbacks von Neuberger und geplanten Stellungnahmen von Sprenger in diesem Heft-Jahrgang, ist das neue Buch von hohem Interesse. Mein Kommentar: Auf der einen Seite erstaunt mich die geringe kritische Distanz zu dem Instrument, auf der anderen Seite werden doch deutliche Hinweise darauf gegeben, wie es differenziert, sorgfältig geplant und vor allem zweckgebunden eingesetzt werden sollte.

Hochschullehrer, externe und interne Berater sowie PE- und OE-Leiter aus Unternehmen stellen aufgrund eigener Erfahrungen dar, was 360-Grad-Feedback (frei übersetzbar: Fütterung von hinten) soll, was es ist und was es kann bzw. bewirken sollte. Ein erfreulicher Fokus ist auf die strukturellen Veränderungswirkungen gerichtet (Führungskultur, Innovationsmanagement, Veränderungsprozesse usw.), also nicht nur auf personelle Wirkungen. Von daher ist das Buch eine Ermunterung für die Anwender, es umfassender als nur zur Verhaltensrückmeldung an Führungskräfte einzusetzen.

MICHAEL ZIRKLER / WERNER R. MÜLLER (HRSG.)
Die Kunst der Organisationsberatung Praktische Erfahrungen und theoretische Perspektiven
Haupt Verlag, Bern 2003, 252 Seiten, Euro 25.00, ISBN 3-258-06628-0


Ein zunächst sehr anspruchsvoller Titel, in dem Selbstüberschätzung anklingt oder Werbung. Dann fällt mir ein Wort von G. Benn ein: Kunst ist das Gegenteil von gut gemeint. Aber wenn man das Buch liest, dann öffnet sich ein anderer Kontext für die Beiträge: die Beratung bzw. das Verständnis und die Ansätze der Beratung haben sich bzw. sind dabei sich stark zu verändern und eine nützliche Beratung wird angesichts der heutigen Problemlage eher zur Kunst, im Sinne, die Wirklichkeit differenziert und anders zu verstehen, als sie sich auf den ersten Blick zeigt.
Der Sammelband fasst einige Präsentationen eines Kongresses im Frühjahr 2002 in Zürich zusammen, die die Herausgeber (Wissenschaftler der Universität Basel) in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrum derselben Universität veranstaltet haben. Leider wird im Vorwort vergessen zu erwähnen, dass unsere Zeitschrift auch Mitveranstalter war.
Die Mehrzahl der Beiträge stammt von sehr bekannten und wichtigen Autoren (Freimuth, Wimmer, Baecker, Baitsch u.a.) und den Herausgebern selbst. Und viele Beiträge sind wirklich wichtig und wegweisend, weil sie alle die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Organisationsberatung in den Mittelpunkt stellen. Es wird untersucht, wie Berater durch Definitionsmacht auch Einfluss ausüben, wie die Lernfähigkeit von Organisationen gesteigert werden kann, was ein Berater in selbstorganisierenden Systemen tut, welche Gestaltungsräume in der Beratung bestehen und wie sie inszeniert werden, wie Beratung als Verführungskraft wirken kann u. a.
Warum darf in so einem Buch auch das Modethema Aufstellungen nicht fehlen und die Darstellung eher klassischer Ansätze oder Unterscheidung von Beratungsmodellen?
Ich meine, dass dies Buch Beachtung und Leser finden sollte und finden wird. Vor allem bei Beratern, die sich um die Weiterentwicklung ihrer Konzepte und Rollen bemühen. Aber auch Klienten kann die Lektüre sehr empfohlen werden, und sei es nur darum zu erfahren, wie verführbar sie sein können. (KT)

 

HUBERT LOBNIG / JOACHIM SCHWENDENWEIN / LISELOTTE ZVACEK (HRSG.):
Beratung in der Veränderung. Grundlagen, Konzepte, Beispiele.
Gabler Verlag. Wiesbaden 2003


Offengestanden kann ich diesen Sammelband, der in Folge des 6. Symposiums der Österreichischen Gesellschaft für Gruppendynamik und Organisationsberatung (ÖGGO) entstanden ist, nicht "objektiv" rezensieren, weil ich an der Veranstaltung unmittelbar teilgenommen habe. In bester Erinnerung ist mir die ungewöhnlich offene und konstruktive Atmosphäre geblieben, die zwischen den BeraterInnen, Führungskräften und anderen TeilnehmerInnen herrschte. Die guten Eindrücke, die ich von den Tagen in Baden (bei Wien) mitgenommen habe, beeinflussen die Sichtweise auf den Band sicher nachhaltig.
Das Buch zieht um den Titel "Beratung in der Veränderung" seine Kreise. Kritisch anmerken könnte man, dass diese Kreise konzeptionell enger sein dürften. Manche Beiträge scheinen, obwohl die Themen für sich genommen äusserst interessant sind, nicht recht zu passen (z.B. der Text von Helga und Manfred Weule über "Indigene und moderne Rituale"). Andererseits ist es gerade ein Verdienst dieses Bandes, sich breiter mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Veränderungen die (hier vor allem prozessorientierte) Beratung in heutiger Zeit selbst erfährt oder vielleicht auch erfahren muss, will sie sich nicht von ihren eigenen Ansprüchen sowie ihren Klienten allmählich abkoppeln.
Die Beiträge fussen zum überwiegenden Teil auf praktischen Erfahrungen der AutorInnen, die auf hohem Niveau reflektiert und hinterfragt sind. Auch wenn nicht alle Texte für Leserinnen und Leser gleichermassen interessant und zugänglich sein dürften - dies ist jedoch ein generelles Problem von Sammelbänden - werden sie ohne Zweifel wertvolle Impulse durch die Lektüre erhalten. Dieser insgesamt qualitativ sehr gut gemachte Band gehört für mich in jedes besser sortierte Bücherregal von BeraterInnen, ManagerInnen und theoretisch mit Beratung befassten bzw. daran Interessierten. (MZ)

 

HUBERT LOBNIG/JOACHIM SCHWENDENWEIN/LISELOTTE ZVACEK (HG.)
Beratung in der Veränderung. Grundlagen, Konzepte, Beispiele
Dr. Th. Gabler Verlag, Wiesbaden 2003, 352 Seiten, Euro 49.90, ISBN 3-409-12413-6


Die Beiträge dieses Buches basieren auf Vorträgen des gleichnamigen 6. Symposiums der Österreichischen Gesellschaft für Gruppendynamik und Organisationsberatung (ÖGGO), die . Im Gegensatz zur Gesellschaft für OE in Deutschland hat sich diese Gesellschaft als Entwicklungs- und Ausbildungszentrum sehr gut etabliert. Das liegt wohl ursächlich nicht nur am Raum, sondern auch an den gelungenen Professionalisierungsanstrengungen.
Die drei Teile des Buches spielen ebenso mit der Kombination der Konzepte, Beratung und Veränderung wie das bereits im Buchtitel der Fall ist. Einmal geht es um die Veränderung der Beratung der Veränderung, wo grundlegende gesellschaftliche und konzeptionelle Veränderungen als Rahmen dargestellt werden. Im zweiten Teil geht es um die Instrumente und Konzepte bei der Veränderung der Beratung (Veränderungsmanagement, Strategieentwicklung, Kundenorientierung und Emotionen). Der dritte Teil zeigt Praxisbeispiele und Anwendungen der Beratung der Veränderung auf (Personalmanagement, Wissensmanagement, diversity management, openspace u.a.m.)
Ich habe an dem Symposium selbst teilgenommen und mein Informations- wie Lernbedürfnis wurde dabei in höchstem Masse befriedigt. Das kann ich Ihnen auch für dieses Buch zusichern. Die OE-Szene findet eben nurmehr dort statt - und natürlich in unserer Zeitschrift. Dann hat es mir auch schlussendlich egal zu sein, dass bei diesem Symposium die Österreicher dominieren und vielleicht ihr Territorium schützen. Es geht um die Weiterentwicklung unserer Profession und nicht um Neid oder Rivalität.
Natürlich lässt sich ab und zu auch ein Haar in der Suppe finden, wenn man nur aufmerksam ist und nicht nur sucht: Im Beitrag von Nowack/Pelikan zur Methodik des benchmarking werden vor allem der Aufwand und die Risiken in methodischer Hinsicht kritisch beleuchtet, nicht dagegen das Konzept selbst. Schliesslich gibt es in der OE (mit ihrem Schwerpunkt der Entwicklung) doch viele Bedenken. Aber das Buch gehört nicht nur in die Bibliothek der Menschen, die sich mit Veränderungen beschäftigen, sondern es sollte auch gelesen werden. (KT)

Elke Zwingmann / Walter Schwertl / Maria L. Staubach / Günther Emlein
Management von Dissens. Die Kunst systemischer Beratung von Organisatoren
Campus Verlag, Frankfurt/New York 2000, 2. Auflage, 230 Seiten, DM 58.-

Die Autoren beraten als GesellschafterInnen des Instituts für systemische Theorie und Praxis in Frankfurt vor allem Nonprofit Organisationen. Bereits in der 2. erweiterten Auflage ist jetzt ihr Buch erschienen, in dem sie ihre Erfahrungen und Lehren für die systemische Beratung darlegen. R. Königswieser hat ein Vorwort zu dieser Sammlung von Fällen und theoriegeleiteten Reflektionen geschrieben. Die AutorInnen bieten anhand von Beispielen aus ihrer Beraterpraxis einen anschaulichen Einblick in die Arbeitsprozesse mit ihren Kunden. Der Blick über die Schulter der Berater macht deutlich, wie sie sich in die interne Logik der Kundensysteme einfinden und welche Stilmittel sie anwenden, um Kunden zur Lösung von Problemen in den Bereichen Führung, Kooperation und Teamentwicklung hinzuführen.

So ist ein Buch entstanden, was gerade in der Mischung von Reflexion in Praxis und Theorie den Lesern nicht nur viel nützliche Anregungen gibt, ihr tieferes Verständnis systemischer Beratung fördert, sondern auch Unterstützung gibt, Mut macht. Die am Anfang gebotenen Denkgrundlagen darüber, was «systemisch» ist, sind sehr klar und verständlich formuliert.

 

Elke Zwingmann / Walter Schwertl / Maria L. Staubach / Günther Emlein
Oszillodox. Virtualisierung ö die permanente Neuerfindung der Organisation
Klett-Cotta 2000
Stuttgart

Auf originelle Weise Wissenschaft und Praxis zu verknüpfen und scheinbar selbstverständliche Annahmen über virtuelle Unternehmen gegen den Strich zu bürsten, ist Anliegen dieses Buches.

Die wesentliche Leitdifferenz der traditionellen Organisation von "oben und unten" wird abgelöst von der von "innen nach aussen" ö radikale Marktausrichtung, sensibles Grenzenmanagement und die Akzeptanz von kontinuierlich zu steuernden (nicht auflösbaren!) Organisationsparadoxien sind zentrale Managementthemen. Traditionelle Rationalitäts-, Steuerungs- und Kontrollvorstellungen werden damit noch deutlicher desillusioniert.

Ebenso deutlich wird das Fehlen von Managementmodellen und Praxiskonzepten für das, was sich im Managementsprachgebrauch bereits als "virtuelles Unternehmen" etabliert hat. Darum, das zu entwickeln, geht es beiden Autoren entlang von den Kernthemen Netzwerkmanagement, Arbeit in virtuellen Unternehmen und Kundenorientierung und Marktführung. Auf Basis der Systemtheorie entwickeln Littmann und Jansen im Modell fundiert und in Auseinandersetzung mit den aktuellen Organisations- und Steuerungstheorien Untersuchungsergebnisse. Beispiele und neue Modelle, z.B. Typologie virtueller Unternehmen, ihren Lebenszyklus, schaffen den Bezug zur Praxis. Grosse Leseempfehlung.